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| Das Schwert wird in vielen Kulturen der Erde als die "Königin der Waffen" bezeichnet. Bei den Germanen wurden ihm mystische Eigenschaften zugedacht, den europäischen Rittern des Mittelalters und ebenso den japanischen Samurais war es Waffe und Statussymbol zugleich. Das Schwert am Gürtel getragen verkörpert Wehrhaftigkeit, Kampfbereitschaft und mitunter auch Freiheit. Dem Träger einer Waffe obliegt aber auch eine Verantwortung besonderer Art. In seinem Ermessen liegt ein sehr empfindliches Spiel zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Leben und Tod.
Unsere moderne Welt ist zu komplex geworden um es dem Einzelnen zu erlauben, seine Probleme mit dem Schwert zu lösen. Dennoch hat das Schwert für uns seine magische Anziehungskraft behalten. Nach wie vor verkörpert es Kampfkraft, Mut und Selbstdisziplin. Die Tradition der Samurais hat unserer modernen Welt ihre Kampfkunst und ihre Tugend in Form der Sportarten Kendo und Iaido hinterlassen. Die Anhänger beider Sportarten üben sich darin, ohne einander zu verletzen. Aus dem historischen Feind ist der Freund und Traingspartner geworden. Dem übenden Kendoka oder Iaidoka wird sehr bald deutlich, dass er es weniger mit dem Gegner, dafür mehr mit sich selbst zu tun hat. Er entscheidet alleine, ob er sich selbst als sein eigener Feind oder als Freund begegnet. Sich selbst begegnen ist das zentrale und auch ausgesprochene Thema aller japanischen Kampfsportarten. In Geist und Körper zugleich die Mitte finden, bedeutet das Ki fließen lassen - in unserer technisch bestimmten Sprache, der Energie, der Lebenskraft freien Fluß zu ermöglichen. |